Add Bookmark


__________________________

Toplisten:

Gothic Toplist by nachtwelten
404 Not Found

Not Found

The requested URL /linktauschen.php was not found on this server.

Additionally, a 404 Not Found error was encountered while trying to use an ErrorDocument to handle the request.

Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar Drucken E-Mail
Donnerstag, 02. April 2009 um 15:43 Uhr

Jahrtausende im Moor konserviert. Immer wieder wurden beim Torfabbau in einem Moor zwischen Ober- und Niederdorla bei Mühlhausen (Thüringen) Tierschädel und Scherben zutage gefördert. 1957 stießen die Arbeiter auf größere Mengen dieser Funde bestehend aus Tierknochen, Schädel, Scherben wie auch Hölzer mit Schnitt- und Feuerspuren. Mitarbeiter des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Weimar wurden über die Funde und deren Konzentration informiert und konnten im Anschluss an die Untersuchungen bestätigen, dass an diesem Ort ein frühgeschichtlicher Opferplatz bestand. Anschließende archäologische Grabungen unter der Leitung von Prof. Günter Behm-Blanke legten den besterhaltensten Komplex eines Kultortes frei. Über mehr als 1000 Jahre wurden hier heidnische Kulthandlungen vollzogen. Mehr als 90 Epochal unterschiedliche Heiligtümer konservierte der kleine See am geografischen Mittelpunkt Deutschlands. Ein rechteckiger Feueraltar aus Muschelkalk ist das älteste Zeugnis, da es aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammt. Umgeben von einem kleinen Stein-Erde-Wall wurde er am Rande einer natürlichen Senke errichtet. Aus dem Muschelkalk wurden durch das Wasser Salze herausgelöst, wodurch ein unterirdischer Hohlraum eingestürzt war. Darauf hin bildete sich ein kleiner See, vielleicht wurde er als Zeichen der Götter angesehen. Von späteren Kulturen fand man noch ein apsisförmiges Heiligtum und ein großes Rundheiligtum, welches vom Stamm der Hermunduren am Ufer des Sees erbaut wurde. Im Verlauf von 1000 Jahren wurden den Göttern an diesem Ort 40 Menschenopfer dargebracht, sodass diese Gegebenheit wohl eher die Ausnahme als eine Regel darstellte.
Etwa 400 Meter vom Moor entfernt, wurde ebenfalls durch die Hermunduren eine bis ins 13. Jahrhundert dauerhaft bewohnte Siedlung angelegt. Wie die Bevölkerung im Laufe der Zeit Veränderungen unterworfen war, so zeigt sich dies auch bei der religiösen Vorstellung. In der römischen Kaiserzeit entstand hier eine überdachte Anlage zur Verehrung eines weiblichen Kantholzidols. Vonseiten der Forschung erhielt diese Figur den Namen „Diane“, da ihr Wildschweine und andere Wildtiere als Opfergaben gebracht wurden.

An der Stelle, wo man die Hinterlassenschaften auffand, entstand in jüngster Zeit durch den Torfabbau erneut ein See. Am Ufer ist für Besucher heute eine Auswahl an repräsentativen Fundstücken im Freigelände des Museums Opfermoor Vogtei Oberdorla zu besichtigen. Bevor die Gäste die zwischen zwei Wasserflächen gelegene Anlage betreten, sorgt ein germanisches Dorf für einen kurzen Ausflug in eine andere Zeit. Während der Ausgrabungen 1964-1980 stieß man auf ein Langhaus, ein Speichergebäude und Grubenhäuser der „Mahllinden“-Siedlung aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Diese wurden rekonstruiert und bilden zusammen mit den anderen Heiligtümern einen Rundweg.


Geöffnet ist das Museumsgelände vom 01. März bis zum 30. November täglich von 10-18 Uhr, von Dezember bis Februar in der Zeit von 10-17 Uhr. Die Tage vom 21.12.2009 bis 03.01.2010 bleibt das Museumsgelände geschlossen. Verschiedene Themenveranstaltungen wie z. B. das Römerfest, sorgen für Abwechslung und neue Aspekte. Für den Museumsbesuch zahlen Erwachsene 1 Euro, Kinder 0,50 Euro Eintritt. Für das Freigelände wird ein Eintrittsgeld von 2 Euro pro Person erbeten. Eintrittskarten für beide Bereiche kosten für Erwachsene 2,50 Euro und für Kinder 1,50 Euro.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 18. Mai 2009 um 15:15 Uhr