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Besuch in einem keltischen Dorf Drucken E-Mail
Donnerstag, 16. April 2009 um 14:29 Uhr

Oft belächelt seines Hobbies wegen, sammelte Paul Freund, ein einfacher Landwirt, am Fuße eines Hügels der Gemeinde Ringelai voller Eifer vorgeschichtliche und geschichtliche Scherben, die er in der Gegend fand. Durch Zufall stellte sich heraus, dass unter den 30.000 Scherben auch Relikte der alten Keltenzeit zu finden waren.

Die Gemeinde hatte in dieser Zeit das Anliegen, die Tourismusbranche in der Umgebung gewichtiger zu beleben. So entfachte eine Diskussion, ob in der Nähe ein vorgeschichtliches Dorf der Keltenzeit entstehen sollte. Gemeinsam mit der Universität Passau wie auch dem bfz Vilshofen/Passau wurde 1996 der Entschluss zu diesem Bau gefasst. Um die erforderlichen finanziellen Mittel für dieses Projekt zusammen zu bekommen, nutzte man die Nähe zur Tschechischen Republik und somit die Gelder der Interreg II und EFRE.


1997 startete der Bau, zunächst nur mit Mitteln, die bereits zur Zeit der Kelten nachweisbar waren. Wegen ungenügendem Wissen über die anzuwendenden Techniken kamen in den letzten drei Jahren Maschinen zum Einsatz, wodurch das Bauvolumen positiv beeinflusst wurde.

Als Betreiber steht das bfz Vilshofen/Passau zur Verfügung. Dieser gemeinnützige Bildungsträger wie auch Spender aus der Wirtschaft halfen, das Projekt zu realisieren. Der sowohl topographisch wie auch historisch begründete Name des Dorfes „Gabreta“ leitet sich aus dem griechischen und weniger aus dem keltischen ab.

Das 4h große Gelände beherbergt derzeit sechs fertige Gebäude. Ein variabel genütztes Blockhaus veranschaulicht die Bauweise, die unter den Kelten weit verbreitet war. Ein kurzer aufsteigender Weg führt zum mystischen Bereich des Dorfes. Hier befinden sich zwei kleinere Grabhügel und eine Grabkammer, die sich derzeit in Gestaltung befindet. Eine historisch rekonstruierte Schmiede steht gegenüber der Töpferei und der mächtige Brennofen wird von Zeit zu Zeit ordentlich eingeheizt. Im Lehmwurf können sich Kinder wie auch Erwachsene in eine weiterem Haus üben, welches im Rohzustand belassen wurde. Emmer, Einkorn, Hirse, Roggen und Dinkel konnte man auch zur Zeit der Kelten finden. Daher wurden sie im Bereich der Nahrungsbeschaffung ausgesät. Neben Faserlein (Flachs) für die Gewandherstellung ist auch ein Lehmkuppelofen zum Brot backen vorhanden.
Auch an die Kräuter der Druiden wurde gedacht und so wachsen in den Heilgärten neben diversen Heil- und Färbekräutern auch verschiedene Gemüsearten. Im Grubenhaus ist die Weberei untergebracht, wo mit Hilfe des altertümlichen Werkzeugs das mühselige Handwerk demonstriert wird.

Als tierische Vertreter der alten Zeit findet man in den Ställen neben Wollschweinen, Skudden und Hinterwälder auch Exmoor Ponys oder freilaufende Bakiwa Hühner.

Möchte man die alte Zeit am eigenen Leibe erfahren, kann das Dorf ganzjährig (montags jeweils nur für Gruppen mit Voranmeldung) von 9.30/10.00 – 18.00 Uhr im Sommer rund 9.30/10.00 – 16.30 Uhr im Winter besucht werden.
Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 3 Euro und für Familien 8,50 Euro.
Einzelne Aktionstage können auf der Seite www.gabreta.de eingesehen werden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 19. Mai 2009 um 07:49 Uhr