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Die Neuerburg als Ausflugsziel Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:43 Uhr


Altehrwürdig thront die namensgebende Hangburg umgeben von unebenem Hochland auf einem Bergsporn über dem historischen Stadtkern von Neuerburg in der Eifel (Kreis Bittburg-Prüm). Jene, welche zu den alten Mauern wollten, konnten sich auf zwei Wegen der Burg nähern. Der Zugang von der Stadt aus verjüngt sich nach oben hin und führt von Osten her über lange, teilweise steile Wege zur Burg. Im Jahr 1823 wurde ein weiterer Weg von der Nordseite her angelegt und endete in einem Torbau mit hochgelegenem Zwinger.

Unsicher ist der Entstehungszeitraum, da die Bezeichnung des Grafen von Vianden aus dem Jahr 1270 es würde sich um ein altes Lehen handeln, welches er vom Grafen von Luxemburg erhalten habe, sowie eine urkundliche Erwähnung des Jahres 1132 deren Bezeugung durch einen Theoderich zu Neuerburg erfolgte, eine vermutete Zeitspanne von 892 bis 1132 zulässt. Bis zum heutigen Tage sind Komponenten aus dem 12.-14. Jahrhundert erhalten geblieben, obwohl nach dem Tod von Friedrich III als letztem Herren von Neuerburg im Jahr 1332 ein häufiger Wechsel der Besitzer erfolgte und zwischen 1513 und 1540 beachtliche Ausbaumaßnahmen erfolgten, in deren Zuge Bastionen erbaut und die Mauern bis auf 5,5 Meter Stärke ausgebaut wurden. Trotz der Ähnlichkeit zu einer Festung wurde noch ein Wohnflügel hinzugefügt.

Im 30-jährigen Krieg mit luxemburgischen Truppen bemannt, um gegen Franzosen, Schweden, Holländer, Iren und Polen gewappnet zu sein, musste man sich gegen die eigene Bemannung zur Wehr setzen, da diese ein derart ungebührliches Verhalten an den Tag legten. Folgende Kriege führten zu weiteren Ausbauten, bis schließlich im Jahr 1692 die Festungsanlagen gesprengt wurden. Wiederaufbauten des Jahres 1701 fanden nicht mehr zur alten Pracht zurück und so wurde mit den Revolutionskriegen das Ende der Burg eingeläutet. Ein Armenhaus, Gefängnis oder Archiv wurde aus den alten Mauern gemacht, bis sich der „Bund Norddeutschland“ der Neuerburg annahm und in den Jahren 1930-33 eine Umgestaltung zur Jugendburg stattfand.

In heutiger Zeit dient die Neuerburg als Jugendherberge mit 88 Betten, bewirtschaftet durch ein tatkräftiges Herbergselternpaar, welche nach Voranmeldung auch für Besichtigungen zu Begeistern sind. Solange der Ablauf der Jugendherberge nicht gestört wird, kann das Außengelände der Burg sowie die Kapelle, welche auch für Trauungen genutzt werden darf, ganzjährig ohne Voranmeldung besichtigt werden. Trotz Umbauten lassen sich in den baulichen Zeugen vergangener Tage romantische verträumte Orte finden, welche, legt man die eigene Hand darauf, das Ausstrahlen, was sie schon vor Jahrhunderten bedeuteten – Sicherheit! Die Teilruine bietet genug Raum, um sich gedanklich in die Jahrhunderte aus Edelmännern, Rittern und Majestäten entführen zu lassen. In dem hufeisenförmigen Turmrest, welcher von den Ruinenteilen am meisten Zerstörung erfahren musste, mit einem Mauermaß von 5,25 Metern wurden ehemals Kanonen aufgestellt, um die Hauptzufahrtsstraße zu verteidigen, der Keller mit einem verschütteten Brunnen und so manch anderer noch vorhandener Teil erinnert an das Leben auf dieser prächtigen Burg aus ehemaligen wie auch aktuellen Tagen.

Ob Veranstaltungen, Klassenfahrten oder Jugendfreizeiten, die Neuerburg steht mit all dem Charme ihrer Räumlichkeiten (Rittersaal, Kaminzimmer, Knappenstube usw.) und dem umfassenden Burggelände mit romantischem Burghof, Freilichtbühne, Lagerfeuerstelle und noch einiges mehr für Besucher zur Verfügung.

Mehr Informationen zur Neuerburg:

http://www.neuerburg-eifel.de/index_de.htm