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Das junge Kloster Burg Dinklage Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:38 Uhr


Die noch junge Geschichte des Kloster Burg Dinklage beginnt 1941, als Burg Dinklage als Zufluchtsort für durch die nationalsozialistische Regierung vertriebene Benediktinerinnen des Klosters Vinnenberg dient.

Erste Erwähnung der Dinklager Urburg – der Ferdinandburg – finden sich im Jahr 980 als Wohnsitz des Graugrafen, um rund 250 Jahre später in den Besitz der Familie Dinklage überzugehen. Wegen gesetzeswidrigen Verhaltens sowohl des Friedrich von Dinklage, wie auch dessen sechs Söhnen lies der Fürstbischof im Jahr 1374 die Urburg schleifen. Trotz der Belehnung der vier überlebenden Söhne durch Fürstbischof Florenz 1394 mit sämtlichen Besitztümern Dinklages und Vechtas war es ihnen nicht gestattet, die Ferdinandburg wieder zu erbauen. Statt dessen errichteten die Brüder vier Burgen im nahen Umfeld der Ehemaligen. Die Herbortsburg, welche heute Teil des Klosters ist, die 1840 abgebrochene Hugoburg, an deren Stelle die gräflich Galensche Burgkapelle errichtet wurde, und die Dietrichsburg, welche heute das Konventgebäude des Klosters stellt. Die vierte Burg konnte namentlich nicht nachgewiesen werden.

Durch den Besitzerwechsel aufgrund der Erbfolge, Verpachtungen, Gerichtsentscheidungen mit anschließender gütlicher Einigung zwischen der Familie Ledebur und Clemens August Freiherrn von Galen, welcher 1803 in den Grafenstand erhoben wird, gehen die Anwesen in den Besitz der Familie von Galen über. Als elftes Kind der Eheleute Ferdinand Graf von Galen und Elisabeth, geborene Reichsgräfin von Spee wird Clemens August Graf von Galen am 16. März 1878 auf Burg Dinklage geboren. Geweiht zum Bischof von Münster 1933 wird er aufgrund seiner Predigten später als der „Löwe von Münster“ in die Geschichte eingehen, bevor er kurz nach seiner Ernennung zum Kardinal aus dem Leben scheidet. Christoph Bernhard Graf von Galen erbt 1918 das Anwesen und handelt 1941 im Sinne seines Onkels, Bischof Clemens August von Galen, indem er den vertriebenen Benediktinerinnen Zuflucht gewährte, welche nach dem Ende des Krieges 1945 wieder nach Vinnenberg zurückgingen.

Erneut nahm er 1946 für zwei Jahre eine Gründergruppe Benediktinerinnen in Haus Assen auf, um drei Jahre später Burg Dinklage in deren Besitz übergehen zu lassen. Diese begannen am 8. Juni 1949 das Leben im Sinne der Benediktiner im Priorat St. Scholastika, Burg Dinklage. Bauliche Veränderungen verhalfen der alten Scheune zu einem neuen Dasein als Klosterkirche bis schließlich 1977 das Priorat zur Abtei erhoben wurde. Im Jahr 1999 wird das ehemalige Ökonomiegebäude, welches seit 1985 als Exerzizien- und Bildungshaus diente, umgebaut zu einem Gästehaus mit acht Einzel- und sechs Doppelzimmern. Für in Not geratene Menschen steht seit 1997 die Martinsscheune als Herberge zur Verfügung.

In den doch recht alten Gemäuern des jungen Klosters wurde 2000 der Klosterladen Burg Dinklage, welcher zum Verkauf von Kerzen und Ikonen aus den eigenen Werkstätten dient und 2001 das Klostercafé in Betrieb genommen und bis heute von den Ordensschwestern geführt. Unterstützt durch verschiedene Fördervereine wird das Gelände, welches 1987 durch den Kauf der umliegenden Gebäude der Burg durch das Bistum Münster und die Zusammenfassung zu einem Kirchenstift erweitert wurde, bis heute gepflegt, renoviert und ausgebaut. Die Ordensschwestern stehen Besuchern mit Rat und Tat zur Seite, laden ein zu gemeinsamen Gesprächen oder einheitlichem Schweigen, während man die Umgebung auf sich wirken lässt. In dem Gästehaus kann sich der Besucher auf der Suche nach dem Lebens- oder Glaubensweg orientieren und von den herzlichen Benediktinerinnen inspirieren lassen.

Weitere Informationen zu gesonderten Veranstaltungen und Anfahrt:
http://www.abteiburgdinklage.de/index.html