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Burg Hornberg – Heimat des Ritters mit der eiserenen Hand Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:34 Uhr


Wer kennt es nicht, das berühmteste Zitat über die Säuberung des verlängerten Rückens von Goethes „Götz von Berlichingen“ und heute noch Ausdruck tiefster Ablehnung. „Der Ritter mit der eisernen Hand“ lebte von 1517 bis zu seinem Tode zusammen mit der eigenen Familie auf Burg Hornberg, einer Höhenburg oberhalb des Ortes Neckarzimmer. Durch seine Rolle bei den Bauernaufständen von1525 blieb die Burg unbeschadet, selbst während seiner zweijährigen Gefängnisstrafe.

Ebenso dunkel wie hin und wieder die Zeit des Mittelalters beschrieben wird, ist auch die Erkenntnis über den Entstehungszeitraum der Burg Hornberg. Sicher dagegen ist, dass sich die Burg 1184 im Besitz der Grafen von Lauffen befand, welche bereits 1011 mit dem Ort Haßmersheim auf der gegenüberliegenden Neckarseite begütert waren. Erbfolge und Hochzeit sorgten für den Verkauf der Anlage 1259 durch die Herren von Hornberg an den Bischof von Speyer. Bis 1803 hatte das Bistum Speyer die Lehensherrlichkeit über die Burg und die dazugehörigen Ländereien, ausgenommen der Zeit von 1330-1338, als die Pflege des Hochstifts dem Erzbischof von Trier anvertraut wurde. In Urkunden über den häufigen Besitzerwechsel der halben Burg erschien die Burg als „Duo Castra Horimberch“ (die zwei Burgen Hornberg), was den Rückschluss zulässt, dass es zeitgleich mehrere Familien bzw. Personen gab, die zum einen die obere Burg mit Neckarzimmern und zum anderen die untere Burg mit Steinbach sowie Haßmersheim zu Lehen hatten, bevor diese durch Conz Schott von Schottenstein 1480 nach der Rückeroberung weiter ausbaute und durch eine Umfassungsmauer zu einer gemeinsamen Burg vereinte.

Eben diesem kaufte Götz von Berlichingen im Jahr 1517 die Burg für 6500 Gulden ab und nutzte sie fortan als Residenz. Weitere Pläne des Ritters mit der eisernen Hand für Um- und Ausbauten der Burg wurden nach dessem Tod von seinem Enkel weitergeführt, der aber schon 1594 gezwungen war, den Besitz an Heinrich von Heusenstamm zu veräußern. Es folgten weitere Besitzerwechsel, bis die Burg Hornberg im Dreißigjährigen Krieg geplündert und besetzt, jedoch bis 1700 wieder instand gesetzt wurde. Unbewohnt war die Anlage über Jahrhunderte der Verwitterung ausgesetzt, um 1825 einen partiellen Wiederaufbau zu erfahren.

Wegen des zugehörigen Weingutes kauften die Reichsfreiherren von Gemmingen 1612 die Burg Hornberg. Bis zum heutigen Tage bewohnen die Nachfahren von Reinhard von Gemmingen den zur unteren Burg gehörenden romanischen Palas und bewirtschaftet das Weingut, welches mit einer über 1500 Jahre zurückreichenden Geschichte urkundlich das zweit älteste der Welt ist. Von hier aus werden auch Führungen durch die obere Burganlage bestehend aus Schildmauer, Palas, Burgfried, Burgkapelle und Wohnbauten. Die Schildmauer mit daraufstehendem Bergfried gibt bis heute Rätsel auf, da sie der Ausmaße wegen nicht in das Konzept der damaligen Verteidigung passen wollen und das einzige Bauwerk dieser Art in der näheren Umgebung ist. Der Bergfried ist mit innerem rechteckigem und äußeren ovalen Grundriss Objekt der Verständnislosigkeit von einigen Burgenforschern - auch, weil sich kein Datum der Erbauung festsetzen lässt. Einige Baustoffe deuten auf eine Entstehung um 1200 hin, anderes wie z. B. die Verwendung einer Schildmauer lässt Rückschlüsse auf das 14. Jahrhundert zu. Der Palas ist bestückt mit einem reich verzierten Wendelstein, welcher zum Eingang des Bergfriedes führt und als Durchgang zum Museum dient.

Ein im ehemaligen Schafstall errichtetes Hotel bietet den Liebhabern derart alter wie auch geheimnisvoller Burgen einen perfekten Ausgangspunkt neben den alten Gemäuern auch die sagenumwobene Umgebung zu erkunden, wo sich Königstöchter in Höhlen versteckt haben sollen und keltische Gräber, wie auch eine Villa Rustica entdeckt wurden.

Mehr Informationen zur Burg Hornberg und dem Weingut:

http://www.burg-hornberg.de