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| Beeindruckende Burgruine Burg Lohra |
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| Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:31 Uhr |
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Als Ruine mag man sie gar nicht bezeichnen, eher als geschichtsträchtige Anlage, welche in heutiger Zeit durch die liebenden Hände begeisterter Helfer saniert wird. Burg Lohra, in Thüringen gelegen, ist eine frühgeschichtliche wie auch königliche Befestigungsanlage des 10./11. Jahrhunderts die bis heute Besucher aller Länder in Begeisterung versetzt. Eine Grafenfamilie, welche im gesamten 12. Jahrhundert eine enge Bindung zum staufischen Königshaus vorweisen kann, benannte sich 1116 nach der Burg, die somit in diesem Jahr erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Die Höhenburg erhebt sich auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Vorsprung der Hainleite und erfuhr in der Zeit zwischen 1162 und 1214 großzügige Ausbauten sowie die Ausstattung mit einer prachtvollen romanischen Doppelkapelle, deren beiden Etagen durch einen mittigen Durchlass verbunden waren, um sowohl den Herrschaften, wie auch den restlichen Burgbewohnern einen Andachtsraum bieten zu können. Besondere Beachtung sollte während eines Besuches in heutiger Zeit hier dem 7,5x6 m großem Schiff geschenkt werden, dessen acht Kreuzgewölbe auf vier wunderschön verzierten Säulen ruhen. Die Erwähnung der Grafenlinie von Lohra wurde durch einen Kreuzzug im Heiligen Land beendet, während 1227 die Grafen von Beichlingen die Herrschaft der Burg übernahmen. Veräußerungen führten1320 zu einem erneuten Besitzerwechsel zu den Grafen von Hohenstein, dessen Geschlecht bis zum Ende der Linie auf Burg Lohra residierte und für weitere Verstärkungen der Befestigungsanlagen sorgte. Wieder war es der Dreißigjährige Krieg, der für eine Zerstörung der Anlage verantwortlich war, welche jedoch stets wieder aufgebaut wurde. Als preußische Domäne dienend wurden ab 1712 weitere Um- und Ausbaumaßnahmen vorgenommen, denen häufig die Kernburg als Steinbruch diente. Seit 1992 zeigt sich der Weimarer Verein „Offene Häuser e.V.“ für den Erhalt der Burg verantwortlich. Durch diese Maßnahme ist es Besuchern auch in großen Gruppen möglich dort zu nächtigen und durch helfende Tätigkeiten nicht nur den Geldbeutel zu schonen, sondern auch der Burg das Überleben zu sichern. Die Entscheidung in den zur Verfügung gestellten Räumen einige Zeit zu verbringen, ermöglicht dem Besucher Teile des neuzeitlichen Lebens zu vergessen. Geheizt wird mit Holz, welches durch eigene körperliche Arbeit herbeizuschaffen ist und durch die Größe der Anlage kann es auch vorkommen, sich mit anderen Gruppen Teilbereiche teilen zu müssen, außer dem wird widersprochen. Es entsteht sozusagen ein Zusammenleben wie in vergangenen Jahrhunderten üblich. Natürlich ist das Helfen keine Voraussetzung, um sich auf der in drei Bereiche aufgeteilten Burg Lohra aufhalten zu dürfen. Aufgegliedert ist sie in die mittelalterliche Kernburg, welche sich innerhalb der inneren Burgmauer wie auch des inneren Burggrabens befindet mit Bauwerken des 11.-20. Jahrhunderts, darunter unter anderem Reste des Turms, die Burgkapelle, das Torhaus und das Herrenhaus. Es folgt die Vorburg aus dem 18.-20. Jahrhundert, umgeben von Resten der äußeren Mauer wie auch Wällen und Gräben mit dem Eselstreiberhaus, Schmiede und Bockstall sowie weiteren mittelalterlichen Überresten. Das Außengelände umfasst den Pferdestall, historischen Wasserturm sowie Backhaus und lädt mit ausgedehnten Gärten zu Spaziergängen ein. Neben dem Torhaus, Resten des Bergfriedes und dem ruinösen Hauptwohnhaus samt dessen frühgotischem unterkellerten Tonnengewölbe ist die Aussicht über das Tal der Wipper vom Burghof aus eine wahre Sehenswürdigkeit. Mehr Informationen zur Burg Lohra: |

