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Das verwunschene Schloss Dyck Drucken E-Mail
Mittwoch, 15. April 2009 um 14:59 Uhr

Mitten im Rheinland liegt eines der schönsten Wasserschlösser Deutschlands. Umringt von mehreren Wassergräben erhebt sich das Schloss Dyck. Sein heutiges prunkvolles Erscheinungsbild zeigt es erst seit dem Dreißigjährigen Krieg. Davor jedoch hatte es auch eine imposante Erscheinung.
Nordwestlich von Aldenhoven in der Gemeinde Jüchen im Rhein-Kreis Neuss gelegen zeigt sich dem Besucher die Burg als unerreichbar fern.
3 Wassergräben, sowie eine äußere und innere Vorburg müssen überwunden werden, ehe sich das gelbliche Herrenhaus, welches erbaut in den Jahren 1636-1663 in seiner ganzen Pracht erhebt.
Die Anfänge des Schlosses finden sich im Jahre 1094. Dort wird von einer Befestigungsanlage erzählt. Hermannus de Dicco war damaliger Burgherr. 1383 wurde die Burg von Truppen der Städte Köln und Aachen belagert. Der Vorwurf von Friedrich III von Saarwerden und Herzog Wilhelm von Jülich und Geldern an den Burgherrn Gerhard von Dyck wog schwer, Raubrittertum. Demnach sollte sich Gerhard von Dyck durch Straßenraub und Raubzüge bereichert haben. Kurzerhand nahmen die Angreifer die Burg ein und zwangen Gerhard, die damalige Hochburg dem Erdboden gleich zu machen. Trotz des Schmerzes, den er empfunden hat bei der Zerstörung, ließ er sie 10 Jahre später erneut errichten. Bedauerlicherweise starb mit Gerhard von Dyck die männliche Linie der Dycks im Jahre 1394 aus und die Burg kam durch Erbfolge in den Besitz von Johann V. von Reifferscheidt, danach genannt Reifferscheidt-Dyck. Sein Sohn, Johann VI. erweiterte durch Erwerb von Ländereien den Besitz und gründete damit die Linie der Salm-Reifferscheidt-Dyck. Sein Nachkomme Ernst Salentin von Salm-Reifferscheidt-Dyck ließ aus der Burg eine schlossartige Anlage erbauen.

Die barocken Ausbauten sowie nachfolgende Erweiterungen erfolgten im 18. Jahrhundert. Das Schloss Dyck verfügt über einen wunderschönen Schlossgarten, der zum Lustwandeln einlädt. Gestaltet und angelegt wurde dieser 1794 von Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1773-1861) im englischen Stil. Damit löste diese Form der Anlage das barocke Erscheinungsbild ab. Der Fürst war ein begeisterter Botaniker und verfasste allerlei Schriftstücke hierzu. Die Bibliothek des Schlosses, welche von dem Fürsten gegründet wurde, besteht überwiegend aus Schriften über die Botanik. Das Werk „Hortus Dyckensis“ von Fürst Joseph verfasst, weist alle im Park und in den Gärten des Schlosses gezogenen Pflanzen auf.

Mit seiner langen Geschichte, seiner Anmut und der wunderschönen Lage bietet das Schloss heute Platz für viele Pflanzenliebhaber und jene, die sich an der Schönheit vergangener Tage weiden möchten. Es zeigt eindrucksvoll, welch Hingabe Joseph von Salm-Reifferscheidt-Dyck in die schöne Gartenanlage gegeben hat und bietet Erholung und Platz zum Verlieren der schweren Gedanken des Alltags bei einem gemütlichen Spaziergang durch die Allee, welche gesäumt ist mit essbaren Kastanien. Jene diente zur damaligen Zeit als Zufahrt zum Schloss Dyck und ist heute die Abgrenzung des Landesgartenschaugeländes.

Auch hat das Schloss eine heutige moderne Verwendung gefunden. 1995 bis 2000 bot es der ARD-Serie „Verbotene Liebe“ eine nahezu perfekte Außenkulisse für den Stammsitz einer der Familien.

Die Landesgartenschau und der neu angelegte Bambuspark aus dem Jahr 2005 locken zahlreiche Besucher auf das Gelände des verwunschenen Schlosses und lassen sich all zu gern von der Geschichte und der Mystik des Schlosses und seiner malerischen Umgebung verzaubern, um einzutauchen in eine farbenfrohe Pflanzenwelt und herrschaftliche Gemäuer als Zufluchtsort raus aus der hektischen alltäglichen Zeit um zu entspannen und sich zu erholen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 18. Mai 2009 um 15:10 Uhr