| Unzerstörte Marksburg |
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| Mittwoch, 20. Mai 2009 um 13:11 Uhr |
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Die Gründung wird den Herren von Braubach in den Jahren 1117 bis 1171 mutmaßlich zugeschrieben. Besitzerwechsel der Burg und des Ortes führten zu Umbauten, welche jedoch immer die charakteristische Form der Marksburg – die erst 1437 diesen Namen durch die auf ihr gestiftete St. Markuskapelle erhielt – beibehielten. Den gehobenen Wohnansprüchen Adeliger reichte die Marksburg bald nicht mehr aus und wurde seit dem Bau der Philippsburg von diesen auch nicht mehr als solches genutzt. Im 18. Jahrhundert diente sie als Invalidenunterkunft und Staatsgefängnis, dessen Spuren der Gefängniszellen im gotischen Saalbau erst 1901 entfernt wurden. Hinterlassenschaften des ehemaligen Insassen Metternich (Freiheitskämpfer) in der Burgkapelle waren im gleichen Jahr zu sehen. Der Zahn der Zeit nagte ruhelos an den alten Gemäuern, bis sich 1900 die „Deutsche Burgenvereinigung“ derer annahm und bauliche Maßnahmen zur Sicherung der Bausubstanz einläutete. Besucher der heutigen Zeit treten ein durch das äußerste Zugbrückentor von 1490. Eine „Poterne“ führt zum Fuchstor, wo eine Burgführung für jene beginnt, die Eintrittskarten erworben haben. Vorbei an einer dicken Steinkugel als Teil einer Belagerungsmaschine, kommt man zum Schartentor mit Wurferker. Dahinter führt eine Reitertreppe hinauf zum romanischen Palas, der 1239 errichtet wurde, ohne den darunter liegenden Felsen aus baulichen Gründen zu verändern. Das vierte Tor, durch welches sich Angreifer hätten kämpfen müssen, ist das innerste Burgtor, die „Eiserne Pforte“. Vorbei an kleiner und großer Batterie, die heute nur zu Präsentationszwecken Kanonen unter anderem aus napoleonischer Zeit enthalten, gerät der Besucher in den botanischen Garten, welcher 1969 durch die Verwaltung mit rund 160 mittelalterlichen Nutz- und Zierpflanzen angelegt wurde. Darunter finden sich neben Eibisch, Baldrian, Salbei und Fingerhut auch Bibernelle, Herzgespann, Schwarze Malve, Mutterkraut und Wolfsmilch. Die Kernburg beinhaltet den Weinkeller, welcher in vergangenen Tagen den Weinkonsum von durchschnittlich 3-4 Liter pro Tag und Person abzudecken wusste. Die Burgküche nimmt das gesamte Erdgeschoss des gotischen Saalbaus von 1435 ein, um das Zubereiten der Mahlzeiten und die Einnahme der Mahlzeit des Gesindes zu veranschaulichen. Absolut sehenswert ist der Rittersaal, der als Mittelpunkt des höfischen Lebens galt. Man speiste, lachte, lauschte den Geschichten fahrender Sänger und sogar für menschliche Bedürfnisse war der Aborterker hoch über dem Zwingergraben eingerichtet. Die im Kapellenturm von 1372 befindliche Burgkapelle ist mit dem zehnteiligen Gratgewölbe der Spätgotik am prächtigsten gestaltet. In der Rüstkammer finden sich neben Originalfunden auch die „Gimbelsche Sammlung“, durch welche die Rüstungsentwicklung von der Antike bis zum Mittelalter veranschaulicht wird. Der Pferdestall dessen Balken aus dem Jahr 1239 entstammen dient heute der Ausstellung verschiedener Folter- und Strafinstrumente. Mehr Informationen zur Marksburg: |

