Add Bookmark


__________________________

Toplisten:

Gothic Toplist by nachtwelten
404 Not Found

Not Found

The requested URL /linktauschen.php was not found on this server.

Additionally, a 404 Not Found error was encountered while trying to use an ErrorDocument to handle the request.

Schloss Mannheim – zurückgekehrt zur alten Pracht! Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 13:01 Uhr


„Wachgeküsst“ lautete das Schlagwort, mit dem 2007 für die Wiedereröffnung von Schloss Mannheim geworben wurde. Wie einem Märchen gleicht auch die Geschichte des Barockbaus, die von der Zerstörung Mannheims und dessen Wiederaufbau, in Ungnade gefallene Schlossbaumeister und den Visionen der Adoptivtochter Napoléons handelt.

Besucher, die nicht zu den an der Universität Mannheim Studierenden gehören oder außerhalb der Schlossverwaltung arbeiten, werden erst einmal durch die frontale Wirkung des Schlosses Mannheim aus der Gegenwart gerissen. Der riesige vorangelegene Ehrenhof lässt vor dem inneren Auge die höfische Gesellschaft vorfahren, während das Bedürfnis endlich in dieses prachtvolle wie auch geschichtsträchtige Gebäude hineinzugehen immer größer wird. Durch die fast gänzliche Zerstörung im Zweiten Weltkrieg finden sich heute größtenteils Rekonstruktionen der Räume, während die Einrichtung nicht selten aus Originalen besteht. Alleine schon die Treppenanlage ist so prunkvoll gestalten, das der Besucher fast versucht ist dort zu verweilen, um dessen Faszination in sich aufnehmen zu können. Von hier aus gelangt man zum zwischen 1728 und 1756 erbauten Rittersaal, dem bedeutungsvollsten Repräsentationsraum des Schlosses, der seinen Namen aufgrund der Zusammenkünfte der Ritter des pfälzischen Hubertusordens erhielt. Zahlreiche Porträts des Schlossbegründers Carl Philipp von Pfalz-Neuburg verhalfen dem Repräsentationsraum auch zu der Bezeichnung Ahnensaal.

Das Vorzimmer ist mit einer Fülle von Deckenmalereien und roter Damastbespannung ausgestattet, weshalb es auch als roter Saal bezeichnet wird. Auf einer sechs Meter langen gedeckten Empiretafel wird das 130-teilige Hofsilberservice präsentiert. Auf den ersten Anblick weniger prunkvoll erscheint der Thronsaal, welcher beim genaueren Hinsehen wunderbare Artefakte wie z. B. den originalen Thronsessel flankiert durch Säulen zur Besichtigung bereithält. Gelber wie auch blauer Salon sind ausgestattet mit Möbeln aus der Zeit von Stéphanie de Beauharnais, Großherzogin von Baden und Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte. Weiter kann das Musikzimmer besichtigt werden, welches ehemals als Konferenzzimmer des Ministerrats diente und erst unter Stéphanie zu einem Musikzimmer umgestaltet wurde. Musikalische Zusammenkünfte sollen hier nicht selten stattgefunden haben.

Im nahezu ursprünglichen Zustand befindet sich das Bibliothekskabinett der Kurfürstin Elisabeth Augusta, da dieser Raum vor Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges größtenteils verschont geblieben war. Elemente des Rokoko finden sich in der Ornamentik, Malerei wie auch der Architektur. Die Frohsinn verbreitende Atmosphäre des Raumes wird unterstützt durch die Darstellung von Musen, Szenen aus dem erotischen Bereich sowie allegorischen Bildern, die sich nicht nur in der Deckenmalerei wiederfinden.

Die Grundsteinlegung des Schlosses erfolgte im Jahr 1720 und wurden durch das frühe Dahinscheiden Herwarthels von Johann Clemens Froimon fortgeführt, der durch hartnäckige Auseinandersetzungen mit dem Kurfürsten in dessen Ungnade fiel und entlassen wurde. Vollendet wurde die erste Bauperiode durch Guillaume d´Hauberat 1721-1731 und der Kurfürst konnte nach elf Jahren Bauzeit das Schloss beziehen. Während der zweiten Bauperiode von 1737 bis 1742 wurden ein Opernhaus und der westliche Außenflügel als Verbindung zum Jesuitenkolleg angeschlossen.

Heute schmücken unter anderem 22 gewebte Bilder von unglaublichen Ausmaßen die Wände des Schloss Mannheim. Diese wurden durch Karl Friedrich von Baden anlässlich des Besuches des schwedischen Königs erworben. Übergegangen in den Privatbesitz der badischen Marktgrafen konnte das Land Baden-Württemberg diese während der Versteigerung 1995 erwerben, um sie zu ihrem vorbestimmten Platz zurückkehren zu lassen.

Weitere Informationen zum Schloss Mannheim:

http://www.schloss-mannheim.de