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Sagenumwobene Burg Runkel Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:56 Uhr


Dunkel thronen die Ruinen der Burg Runkel über der von Fachwerkbauten bestimmten Stadt an der Lahn. Der Sage nach lies ein Ritter Karls des Großen um 778 die Burg auf dem Rücken eines Felsen erbauen, um ihr den Namen Roncevalles (französisch: Roncevaux)zur Erinnerung an den Kampf gegen die Mauren im gleichnamigen Gebiet zu geben.

Die erste urkundliche Erwähnung fand jedoch im Jahr 1159 durch die Bezeugung des Bürgen Siegfried von Runkel für die Belehnung der Burg Nassau von Gräfin Beatrix von Laurenburg statt und so ist wahrscheinlich auch das Gründungsjahr in der Nähe dieses Zeitraumes zu suchen. Familienstreitigkeiten sorgten dafür, dass gegenüber der Niederungsburg ein Vetter im Jahr 1288 die Burg Schadeck errichten ließ, welche ihren Namen ihrem Zweck entsprechend – eine Ecke zum Schaden der Burg Runkel – erhielt. Selbst diese Vettern-Familie Westernburg konnte der Wehrburg über Jahrhunderte keinen erwähnenswerten Schaden zufügen oder sie gar einnehmen. Erst im Dreißigjährigen Krieg 1634 schafften es die Kroaten die Burg zu zerstören, welche im Jahr 1543 Melanchthon als Gast des Grafen Johann IV. von Wied beherbergte. Haupt- und Kernburg wurden nach der Zerstörung durch die österreichischen Truppen im Gegensatz zu einigen Gebäuden der Unterburg nicht wieder aufgebaut.

Mit dem Dahinscheiden von Friedrich Ludwig 1824, kommt Burg Runkel in den Besitz der Wied-Neuwied-Linie, deren Vertreter sich bis heute um den Erhalt der ruinösen Oberburg und der erhaltenen u-förmigen Unterburg mit eigenem Innenhof, welche heute den Bildersaal, die Kapelle und das Archiv beherbergt, kümmern und von Zeit zu Zeit auch dort residieren. Vielleicht gerade wegen des versagten Wiederaufbaus strahlen die Überreste der Oberburg eine Faszination aus, die ihresgleichen sucht. Nord- und Südturm wie auch der Bergfried laden schon von Weitem die Besucher ein, den Weg durch das malerische Städtchen und die ruhige Natur auf sich zu nehmen, um hier eine Zeit lang zu verweilen und sich auf eine Reise der epochalen Entwicklung zu begeben, während man zwischen den alten Gemäuern umherwandelt. Die Trutzburg Schadeck ist im Übrigen gut erhalten geblieben und wird bewohnt, daher ist eine Besichtigung der Innenräume nicht möglich. Um erneute Streitigkeiten zu vermeiden, stehen beide Burgen unter der schützenden Hand der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz. Ist der Hauptturm erklommen, eröffnet sich von der Aussichtsplattform eine unglaubliche Sicht über die Umgebung, die aus dem 15. Jahrhundert stammende Lahnbrücke, welche seit jeher ebenfalls einen Grund für Streitigkeiten der Familie bildete, sowie die Trutzburg auf der gegenüberliegenden Seite der Lahn.

Im Jahr 2009 feiert die Stadt Runkel ihr 850. Bestehungsjahr mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen wie beispielsweise dem historischen Festspiel auf dem Schlossplatz mit teilweise anschließenden Festlichkeiten (z. B. „Burg in Flammen“). Bereits vor 50 Jahren fanden Aktivitäten zum 800. Bestehungsjahr statt, welche ihren Höhepunkt in dem Festspiel „Die Herren von Runkel“ fand und ein historischer Festzug die Runkeler Heimatgeschichte darstellte. Ähnlich aufwendig dürfte auch in diesem Jahr das Fest zu Ehren von Stadt und Burg gestaltet werden.

Mehr Informationen zu den Besichtigungszeiten, Anfahrt und Veranstaltungen der Burg Runkel:

http://burg-runkel.de
http://www.runkel-lahn.de/veranstaltungen/va_850.htm