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Gothic Toplist by nachtwelten
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Museum meets Rock auf der Plattenburg Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:52 Uhr


Malerisch eingefasst in eine Landschaft aus Wald und Gewässern liegt die namensgebende Plattenburg im Landkreis Prignitz. Die älteste erhaltene Wasserburg Norddeutschlands wird erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1319 und ist bis heute ein beliebter Publikumsmagnet nicht nur zu den unterschiedlichsten Festivitäten.

Durch das Bistum Havelberg für 600 Silbermark erstanden, diente die mit Wällen und doppelten Gräbern umzogene Burg von 1319 – 1548 als Sommerresidenz und Lieblingssitz der Bischöfe. Während in der Zeit von 1560 – 1945 das Adelsgeschlecht derer von Saldern das Geschehen auf der Burg bestimmt entsteht zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein barocker Burggarten, von dessen Existenz die bis heute erhalten gebliebenen Eiben so manche Geschichte erzählen könnten. Nicht nur der neugotische Backsteinturm gilt als besonders sehenswert, sondern auch die Kapelle aus dem 18. Jahrhundert oder das Brau- und Backhaus.

Die alten Mauern blicken zurück auf eine wechselhafte Geschichte. Nach dem Verkauf durch Markgraf Waldemar dient sie im Jahr 1552 als Ort der Inhaftierung von Prediger Ellefeld, welcher die Wilsnacker Wunderbluthostien verbrannte und sollte 123 Jahre später durch schwedische Truppen belagert werden. Bei minus 15°C brannte 1883 der Backsteinturm ab, worauf er wesentlich höher wieder aufgebaut wurde. 1940 dient die Plattenburg teilweise als Lazarett und als Quartier für Kriegsgefangene Franzosen. Nach dem Ende des Krieges 1945 wird die Familie von Saldern enteignet, worauf bis 1960 Flüchtlingsfamilien die Burg als Heimat nutzten. 1969 folgte der Ausbau der Hochburg zu einem von der Deutschen Reichsbahn genutzten Ferienlager.

Während im Burgmuseum die Bau- und Sozialgeschichte der Burg seit dem Mittelalter, wie auch Wechselausstellungen gezeigt werden, besteht für abenteuerlustige Besucher die Möglichkeit in der Efeustube, im Turm- oder Bischofszimmer sowie in der Knappenstube in zeitgenössischer Atmosphäre zu nächtigen. Für Gaumenfreuden sorgt der urige Burgkeller, welcher neben der allgemeinen täglichen Verköstigung vorbeiziehender Burgbesucher unter anderem auch seit 1993 die „Plattenburger Tafelrunde“ mit Tischregularien, Spielmännern und Geschichtenerzählern anzubieten weiß.

Die romantische Burgkulisse bietet für Verliebte die Möglichkeit, sich im Standesamt Trauen zu lassen. Dieses befindet sich im Rittersaal, welcher zusammen mit der Halle im „Bischofsflügel“ liegt. Geprägt durch Innenraumgestaltung im Stile der Spätrenaissancesorgen z. B. die glanzvolle Tür, außergewöhnliche Sandsteintreppe oder der feudale Kamin für ein unvergessliches Erlebnis im standesgemäßen Ambiente.

Um die Sanierung der Burg zu unterstützen, findet jährlich eine Rocknacht auf der Plattenburg statt, deren Erlöse - z. B. zum Kauf eines historischen Kachelofens - der Burg zugute kommen. Um den Interessierten aktiv das Leben im Mittelalter nahe zu bringen, findet ebenfalls jährlich ein mittelalterliches Spektakel mit deftigen Speisen, Lagerleben, Gauklern und Spielmännern statt. Im Jahr 2009 werden für die Reise in die Vergangenheit vom 20. – 21. Juni wieder die Pforten geöffnet.

Für weitere Informationen:

http://www.burgkeller-plattenburg.de
http://rocknacht.net
http://www.plattenburg.de/