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Lyksborg Slot = Schloss Glücksburg – die deutsch-dänische Verbindung Drucken E-Mail
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 12:49 Uhr


„Gott gebe Glück mit Frieden“ war der Leitspruch unter dem Herzog Johann der Jüngere – gerne auch kurz Herzog Hans genannt – zwischen 1582 – 1587 die spätere Geburtsstätte von Fürsten- und Königshäusern erbauen ließ. Bis heute findet sich der Spruch in gekürzter Form (GGGMF) zusammen mit seinem Wappen über dem Eingangsportal, sowie rechts das kursächsische Wappen und links das braunschweigisch-lüneburgische der Ehefrauen. Das Wasserschloss Glücksburg erhielt seinen Namen nach diesem Leitspruch und gab ihn weiter an die Stadt Glücksburg, unweit der Flensburger Förde.

Während andernorts bereits begonnen wurde dreiflügelige Bauten zu errichten, zog der Bauherr es vor, sich an traditionellen Bauformen des Landes und des Mittelalters bzw. der Renaissance zu orientieren. Das Mehrfachhaus in dreifacher Variante wurde an einem Ort erbaut, wo sich vorher das Rüdekloster der Zisterziensermönche bis zur Reformation befand. Teile des ehemaligen Bauwerks finden sich heute in dem Schloss wieder, so dienten beispielsweise die Granitquader der Klosterkirche für das Fundament und reichlich Ziegelsteine für den Backsteinbau. Die drei Giebelhäuser bilden zusammen einen quadratischen Grundriss von je 30 m Länge und Breite, während die Ecken des Gebäudes durch achteckige Türme als Pavillons mit je 7 m Durchmesser gestellt werden. Im Sinne französischer Vorbilder wurde bei Schloss Glücksburg ebenfalls auf eine symmetrische Anordnung der Wohnräume in den beiden äußeren Häusern und der Verlegung der Säle in den Mitteltrakt geachtet.

Die Kapelle, welche vornehmlich für die Herzogsfamilie und das Hofpersonal bestimmt war, jedoch später auch als Ortskirche diente, ist das einzige Objekt, welches quer zum Grundriss angesetzt wurde und sich somit durch das östliche wie auch mittlere Gebäude erstreckt. Die Räumlichkeiten sind mit Ausnahme des oberen Geschosses alle mit Gewölben versehen. Bei Rundgängen tritt der Besucher in eine unwirklich scheinende Welt ein, unter anderem bestehend aus „Rotem Saal“, Kaiserin-Salon, Kaiserin-Turm, Musikzimmer und Markgrafenzimmer. Auch der 1733 im französischen Stil angelegte, später jedoch als englischer Garten umgestaltete Schlosspark trägt seinen Teil zu dieser majestätischen Umgebung bei. Auf gemütlichen Wegen kommt der Besucher vorbei an der Orangerie (klassizistisch) wie auch an dem mit überwiegend historischen englischen Wild- und Kletterrosen bepflanztem Rosarium.

Schloss Glücksburg (im dänischen Lyksborg Slot) zählt bis heute zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Schleswig-Holsteinischen Umgebung. Nachdem die Innenausstattung 1824 nach dem Tod Anna Carolinas größtenteils versteigert oder nach 1864 nach Berlin überführt wurde, entsprang die heute zu besichtigende stilistisch größtenteils dem 19. Jahrhundert und bildet eine der opulentesten Sammlungen Schleswig-Holsteins. Als Museum bietet das Schloss Interessierten unvergessliche Anblicke unter anderem von niederländischen Tapisserien und flandrischen Ledertapeten mit Abbildungen der Jagd oder des ländlichen Lebens sowie Porträts, welche die Familiengeschichte, sowohl der Oldenburger wie auch der Glücksburger dokumentieren, wodurch Zusammenhänge zwischen der deutschen mit der dänischen Linie verständlich werden und in der Schatzkammer sind Beispiele der Silberschmiedekunst wie auch Porzellan des 18. Jahrhunderts zu bestaunen. 1923 durch das Haus Schleswig-Holstein in eine Stiftung eingebracht, ist das Schloss Glücksburg bis heute für die Öffentlichkeit zugängig gemacht worden.

Derzeit bietet Schloss Glücksburg sich nicht nur für Geschichtsinteressierte als ein begehrtes Ausflugsziel an, sondern dient auch für kulturelle Veranstaltungen – gleich ob Mittelaltermarkt, Konzerte, Ausstellungen oder Theateraufführungen – sowie Tagungen oder Hochzeiten im unvergesslichen Rahmen.

Mehr Informationen zu Veranstaltungen, Öffnungszeiten oder Anfahrt:

http://www.schloss-gluecksburg.de